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Ratgeber Recht 17 – 2024

MLaw Pascal Messerli
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Urteilsunfähigkeit oder Todesfall – wer kümmert sich um mein Haustier?
Nicht immer geht es im Erbrecht um klassische vermögensrechtliche Streitigkeiten unter den Nachkommen und Verwandten. Häufig stellt man sich auch die Frage, welche Zukunft das Haustier nach dem eigenen Tod haben soll. Auch beim Eintritt der Urteilsunfähigkeit ist diese Frage relevant. In diesem Beitrag wird die rechtliche Stellung von Haustieren in derartigen Fällen thematisiert.
Anders als Menschen sind Tiere nicht rechtsfähig im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs und können somit weder Vermögenswerte erben noch Vermächtnisse erhalten. Tiere gelten in erbrechtlichen Angelegenheiten als Sachen und gehen wie andere Vermögenswerte und Gegenstände beim Tod des Erblassers ins Eigentum der Erben über. Auch wenn es im Schweizer Rechtssystem somit nicht möglich ist, Vermögenswerte an Tiere zu vererben, können Sie auf verschiedene Art und Weise die Zukunft Ihres Haustieres regeln.
Mittels Vorsorgeauftrag – mit diesem Instrument sollten sich generell alle Menschen in der Schweiz auseinandersetzen – können Sie eine andere Person beauftragen, sich um Ihr Haustier zu kümmern. Die Regelungen in einem Vorsorgeauftrag werden gültig, wenn die betroffene Person aufgrund eines Unfalls oder Krankheit urteilsunfähig wird und unter anderem keine Verträge mehr abschliessen kann.
Im Todesfall können Sie das zukünftige Wohl Ihres Tieres mit einem Erbvertrag oder Testament regeln. Erben oder Vermächtnisnehmer können eine finanzielle Zuwendung mit der Auflage erhalten, angemessen für das Tier zu sorgen. Dass eine derartige Auflage auch durchgesetzt wird, kann wiederum von jedermann, der ein Interesse daran hat (z.B. durch Tierschutzverbände), eingeklagt werden.
Wenn keine Nachkommen, Familienangehörige oder Bekannte existieren, welche sich beim Eintritt der Urteilsunfähigkeit oder im Todesfall um Ihre Haustiere kümmern können oder wollen, dann sollten Sie frühzeitig über die Gründung einer Stiftung nachdenken. Alternativ wäre es auch möglich, ein Ihnen bekanntes Tierheim erbvertraglich zu begünstigen und dieses zur Aufnahme Ihres Tieres zu verpflichten.
Damit Ihr Haustier nach dem eigenen Tod in Ihrem Sinne würdevoll und angemessen weiterleben kann, müssen folgende Punkte beachtet werden.
– Kümmern Sie sich frühzeitig um einen Vorsorgeauftrag, Erbvertrag oder ein Testament, regeln Sie darin alle wichtigen Angelegenheiten rund um Ihr Haustier und lassen Sie das Dokument am besten öffentlich beurkunden.
– Nicht öffentlich beurkundete Vorsorgeaufträge oder Testamente müssen handschriftlich geschrieben, datiert und unterzeichnet werden.
– Regeln Sie die Klauseln im jeweiligen Dokument präzise. Stellen Sie das Einverständnis der beauftragten Person sicher, benennen Sie das Tier richtig (z.B. Name, Chipnummer, Rasse) und geben Sie an, mit welchen finanziellen Mitteln (Erbteil oder Vermächtnis) die Futter-, Unterbringungs- oder Tierarztkosten getragen werden sollen.
Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Tierrecht beispielsweise im Zusammengang mit erbrechtlichen Angelegenheiten haben, dürfen Sie gerne mit uns in Kontakt treten.

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Ratgeber Finanz 16– 2024

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Starkes Quartal an Aktienmärkten
Sowohl der Dax wie auch der S&P500 konnten mehr als 10 Prozent zulegen. Beim S&P500 war es gar das zweite Quartal in Folge mit einem Zuwachs von mehr als 10 Prozent. Zwei zweistellige Quartalszuwächse hintereinander hat es in den 314 Quartalen seit Ende des zweiten Weltkrieges beim S&P500 erst achtmal gegeben. Die beste Rendite des darauffolgenden Quartals war +5 Prozent, die schlechteste -12 Prozent.
…und auch bei Gold
Neue Höchststände gab es nicht nur bei diversen Aktienmärkten (z.B. auch beim Nikkei nach über 34 Jahren), bemerkenswert war vor allem der starke Anstieg des Goldpreises. Gold übertraf die alten Höchstwerte deutlich in einem
Umfeld von relativ starkem USD und steigenden Realzinsen, was üblicherweise beides nicht für Gold spricht. Hier scheinen nichtwestliche Zentralbanken und andere Anleger ihre USD-Abhängigkeit reduzieren zu wollen.
US-Wirtschaft robust, aber Bewertungen sehr teuer
Die US-Wirtschaft entwickelte sich trotz der höheren Zinsen robust. Da die Gewinnanstiege aber mit den starken Aktienpreisanstiegen nicht mithalten konnten, sind die Bewertungen noch höher als in den letzten Quartalen. Vergleichen wir den aktuellen Stand des S&P500 mit dem alten Höchststand per Anfang 2022, so lässt sich feststellen, dass in diesem Zeitraum a) der S&P500 Aktienindex angestiegen ist, b) die Gewinne der S&P500 Firmen gesunken sind und dies c) in einem Umfeld, in welchem die Zinsen von knapp über 0 Prozent auf über 5 Prozent angestiegen sind. Die Investoren sind also bereit, mehr zu zahlen für etwas, das weniger Rendite liefert, und das obwohl Alternativen wie Zinspapiere wesentlich besser rentieren. Nicht unbedingt, was man sich als Anleger wünscht. Auch im grösseren Zeitraum bestätigt sich das. Die aktuellen Bewertungen gehören zu den höchsten im letzten Jahrhundert.
Bewertungsmodelle taugen nur für längerfristige Prognosen, da aber erstaunlich gut
Bewertungsmodelle taugen allerdings nur schlecht für kurzfristige Prognosen. Für die Frage, ob die Aktienmärkte im folgenden Jahr weiter steigen oder nun sinken, nützt die Analyse der aktuellen Bewertung also nur wenig. Erstaunlich gut aber ist der Track Record von guten Bewertungsmodellen für einen Prognosehorizont von etwa einem Jahrzehnt. Die aktuelle Prognose eines der besten Modelle (https://www.hussmanfunds.com/comment/mc240321/) lautet auf etwa -4 Prozent pro Jahr auf einen Zeithorizont von 12 Jahren. Noch nie, mit Ausnahme von Ende 2021, war das Modell so negativ bzw. die Bewertung so teuer. Auf die 12 Jahre hinaus entspricht das einem Minus von etwa 40 Prozent bzw. einem Kursniveau vom S&P500 von etwa 3200 (aktuell stehen wir bei etwa 5200). Auch wenn es nicht so negativ kommen muss, genug Grund für uns, an unserer vorsichtigen Einschätzung zu den amerikanischen Aktien festzuhalten.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Ratgeber Psychologie 15 – 2024

Ladina Waldmeier
M. Sc. Psychologin FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Bindungserfahrung
Auf der Suche nach einem Weg in eine glückliche Partnerschaft bleiben die meisten Paare auf der Problemebene behaftet. Sie diskutieren über konkrete Handlungen und einzelne Worte, in der Hoffnung, darin Lösungen zu finden. In der paartherapeutischen Arbeit zeigt sich hingegen immer wieder, dass die Ursprünge der beschriebenen Problemstellungen tiefer liegen. Viele Betroffene sehen in der Beziehungsproblematik eine eigene Schwäche oder die des Partners bzw. der Partnerin. Doch oft liegen die Erklärungsansätze dafür in früheren Jahren verborgen.
Die Beziehung zu unseren Eltern ist in der Regel die erste Form von Beziehung, die wir erleben. Sie prägt nicht nur unsere Kindheit, sondern beeinflusst unser Beziehungs(er)leben bis ins Erwachsenenalter. Auch wie die Beziehung zwischen den Eltern funktioniert, prägt uns. Dabei gilt es immer präsent zu haben, dass die Eltern in bester Absicht und mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gehandelt haben. Auch wenn dies vielleicht nicht immer den Bedürfnissen des Kindes entsprochen hat. Es geht also keinesfalls um eine Schuldfrage, sondern vielmehr um eine Suche nach Erklärungsansätzen und Verständnis für das eigene Erleben und Verhalten in Beziehungen.
Wir bauen unser Beziehungswissen über unsere ersten konkreten Erfahrungen auf. Erleben wir Liebe und Zuneigung, werden unsere Grenzen wahrgenommen und respektiert oder werden Grenzen überschritten? Erleben wir, dass wir einen eigenen Willen haben dürfen oder müssen wir uns anpassen? All diese Beziehungserfahrungen geben uns eine Rückmeldung darüber, was wir von den Menschen, die wir lieben, erwarten können und was nicht. Wir lernen, wie viel Vertrauen wir schenken können, wie sehr wir uns gehen lassen können, oder wie wichtig es vielleicht ist, etwas Abstand zu halten. Mit diesen Erfahrungen entwickeln wir unser individuelles «Beziehungsmodell – so geht Beziehung». Man spricht von vier verschiedenen Bindungstypen, die individuell unterschiedlich starke Ausprägungen haben. Im Erwachsenenalter sprechen wir dabei von folgenden vier Typen. Den Sicheren: Sie können Nähe zulassen, ohne davon abhängig zu sein. Den Vermeidenden: Sie verlassen sich am liebsten auf sich selbst und erleben Nähe als bedrohlich. Den Ängstlichen: Sie glauben, dass für Liebe etwas getan werden muss, und sind innerlich überzeugt, irgendwann doch allein zu sein. Sie machen alles, damit dieses Szenario nicht eintritt. Den Ambivalenten: Sie sehnen sich nach Liebe, gehen aber davon aus, verlassen zu werden, und wehren sich, um Leid zu verhindern, gegen die Liebe. Unser Stil begleitet uns und wird im Beziehungserleben immer wieder aktiviert. Das heisst jedoch nicht, dass wir diesem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Wenn wir über unser Beziehungsmodell Bescheid wissen und es kennenlernen, haben wir die Möglichkeit, aktiv anders zu reagieren und zu handeln. Insbesondere in Paarbeziehungen kann es bereichernd sein, etwas über das Modell des Partners bzw. der Partnerin und dessen Ursprung zu wissen. Es kann dadurch einfacher werden, das Verhalten des Gegenübers neu einzuordnen, wodurch eine ungünstige Wechselwirkung unterbrochen werden kann. Zum Beispiel kann ein vergessener Einkauf der Partnerin als ein Ergebnis eines stressigen Tages betrachtet werden. Der hochkommende Gedanke «Ich bin dir nicht wichtig» und die damit einhergehenden Gefühle und emotionalen Reaktionen können dadurch besser verstanden werden. Dies kann in der Beziehung zu einer Entlastung führen.

Fragen richten Sie gerne an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Ratgeber Gesundheit 14 – 2024

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Vitamine und offizielle Einnahme-Empfehlungen
Wie bereits ausgeführt, gibt es einzelne Vitamin-Gruppen. Die wichtigste Unterscheidung ist ihre «Löslichkeit». Diese chemische Eigenschaft bestimmt unter anderem die Art der Einnahme und ihren Speicher- und Wirkort. Die sogenannten fettlöslichen Vitamine werden besser mit einer vollständigen Mahlzeit aufgenommen. (Die meisten Vitamin-D–Präparate liegen in einer öligen Lösung vor.) Sie werden in unserem Fettgewebe gespeichert und wirken in den Zellen bzw. in den «fettigen» Zellwänden. Damit ist auf die Menge der Zufuhr zu achten. Durch die Möglichkeit des Speicherns kann eine zu grosse Einnahmemenge erreicht werden mit möglicherweise negativen gesundheitlichen Folgen. Dessen sind sich alle Gesundheitspersonen und alle Gesundheitsämter bewusst, darum gibt es Einnahme-Empfehlungen. Letztere bewegen sich je nach Land, Erkenntnisstand und Einsatz in unterschiedlichen Höhen. Es gibt Fachgesellschaften, die Empfehlungen für die Nähstoffzufuhr herausgeben. Das begann im letzten Jahrtausend, als in England durch die grossen Hungersnöte im District Lancashire erste Empfehlungen erarbeitet wurden. Sie dienten ausschliesslich dazu, in Kriegs- und Hungerzeiten eine Minimalversorgung der Bevölkerung bzw. einer Armee(!) sicherzustellen. Erst im folgenden Jahrhundert (1941) brachte das U.S. National Research Council Empfehlungen heraus, die die «perfekte Gesundheit» der Bevölkerung zum Ziel hatten. Diese RDA (recommended dietary allowances) werden in einem 5-Jahres-Rhythmus den aktuellen Erkenntnissen angepasst und dienen weltweit als Grundlage nationaler Empfehlungen. Das klingt alles sehr wissenschaftlich und gut, leider spielen auch politische Überlegungen eine Rolle.
Wie werden nur diese Werte ermittelt?
Man nimmt eine «repräsentative» Bevölkerungsgruppe, die gesund ist und keine Mangelsymptome hat. Man erhebt (meist mit Fragebogen) die Ernährungsgewohnheiten, errechnet daraus eine Einnahmemenge eines bestimmten Nährstoffes und hat somit den geschätzten mittleren Bedarf EAR. Dann wird mittels einer mathematischen Umrechnung (Gausssche Normalverteilung) die RDA errechnet (+ 2 Standardabweichungen). Dann geht man davon aus, dass mit dieser täglichen Einnahmehöhe 97% der Bevölkerung keine Mangelerscheinungen entwickeln und gesund bleiben. Mathematisch gesehen ist diese Überlegung sinnvoll, es darf davon ausgegangen werden, dass damit die Bevölkerung als Ganzes gesund bleibt. Die Schwierigkeit liegt im Detail. Einerseits handelt es sich um Bevölkerungsgruppen! Und die Bestimmungen des EAR liegen zum Teil über 40 Jahre zurück, repräsentieren also die Ernährungsweise in jener Zeit (die unserer Eltern oder Grosseltern). Sie sind also nur ein Anhaltspunkt für gesunde, unbelastete Individuen, wie es im «Taschenatlas Ernährung» von Prof. Biesalski, Prof. Grimm und S. Nowitzki-Grimm nachzulesen ist.
In Europa beschäftigt sich die EFSA (European Food Safety Authority) mit demselben Thema und hat ebenso wie in den USA «Höchstmengen» = ein sicherer oberer Grenzwert der Einnahmemenge eines Stoffes erarbeitet. Dieser Wert namens UL (Tolerable Upper Intake Level) beschreibt keine Menge, ab welcher mit Vergiftungs- (=Toxizitäts-)Erscheinungen zu rechnen ist, sondern soll ein Auftreten von unerwünschten Effekten verhindern. (Bei dem Mineralstoff Magnesium wäre das z.B. der Durchfall.) Damit haben wir meistens mehrere Einnahme-Werte: – Die nutritiven Empfehlungen (sie gelten meistens für die Gesamtbevölkerung und geben für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Schwangere und Stillende oder Senioren höhere oder niedrigere Werte an); – die UL (Europa USA); – und den therapeutischen Dosierungsbereich. Damit versucht man, eine sinnvolle tägliche Einnahmemenge festzulegen, um einem «generellen Mangel» vorzubeugen, prophylaktisch einer Erkrankung vorzubeugen oder therapeutisch einen Mangel auszugleichen oder eine Erkrankung begleitend zu therapieren.
Das Ganze ist etwas verwirrend. Wie oben erwähnt sind auf jeden Fall die Einnahmemengen der fettlöslichen Vitamine sicherheitshalber mit einer Fachperson abzusprechen. Die wasserlöslichen Vitamine werden in der Regel (fast nicht gespeichert) und problemlos ausgeschieden. Sie sind daher tendenziell unbedenklich, was ihre Einnahmemenge betrifft.
Die fettlöslichen Vitamine: Es handelt sich dabei um die Vitamine A, D (Sonnenvitamin, es gibt bereits von uns Ratgeber darüber) E und K. Die wasserlöslichen Vitamine: Die Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C. Ein spannendes Thema!
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit
Für Fragen sind wir immer für Sie da.

Ratgeber Finanzen 13 – 2024

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Zinssenkung: Die Überraschung ist geglückt
Der Markt spekulierte schon länger über anstehende Zinssenkungen der kurzfristigen Leitsätze. Man vermutete mögliche Schritte aber eher im zweiten Teil des Jahres. Der (kleine) Schritt kam nun bereits im März und man konnte wieder mal zeigen, dass die Schweizer Nationalbank eigenständig ist. Der sofort sichtbare Effekt war, dass der in den letzten Jahren sehr starke Franken etwas an Stärke verloren hat und US-Dollar und Euro merklich zulegen konnten. Das könnte der SNB nicht ganz ungelegen kommen, hat sie doch immer noch eine aufgeblähte Bilanz aus den vielen Massnahmen der letzten bald 10 Jahre. Der im Herbst zurücktretende Vorsitzende Jordan könnte somit möglicherweise seinen «Laden» noch etwas aufgeräumter übergeben, sprich die immensen Fremdwährungsanlagen weiter abbauen und die Bilanz damit verkürzen. Es ist aber schon so, dass die Schweiz vom Inflationsschock viel weniger stark getroffen wurde als unsere europäischen Nachbarn oder auch die USA. Aus meiner Sicht nicht, weil wir überall viel besser sind, sondern eher, weil die meisten anderen noch viel mehr Fehler machen. Die daraus schwächelnden Währungen haben den Schweizer Franken stärker gemacht, was die importierte Teuerung abschwächt. Durch die Zuwanderung vieler Fachkräfte konnte auch eine mögliche Lohnsteigerungsspirale, welche oft in inflationären Zeiten zu beobachten ist, in der Schweiz bis jetzt unter Kontrolle gehalten werden. Kurzum, die Schweiz hat diese seit langem erste Inflationsphase recht ordentlich überstanden. Ob das schon das Ende war, wage ich zu bezweifeln. Die Geschichte zeichnete oft ein anderes Bild. Auch bezweifle ich, dass die Industrieländer ihre Finanzen wieder in den Griff bekommen. Masslose Defizite und Schulden machen hilft nur kurzfristig. Längerfristig kann es eine Zeitbombe sein. In der Schweiz wird diese kleine Zinssenkung aber eine «Verschnaufspause» bringen. Die Hypothekarschuldner und auch die Mieter (Referenzzinssatz wird wahrscheinlich nicht so schnell steigen) können weiterhin von sehr tiefen Sätzen profitieren.

Gold auf Rekordkurs
Der Goldpreis liegt aktuell bei rund 63 000 Franken pro Kilo oder 2175 Dollar pro Unze.
Gold war schon länger stark, hat aber in den letzten Monaten einen kleinen Sprung nach oben genommen. Für mich ein klareres Indiz, dass man ausserhalb des «Papiergelds» noch «harte» Alternativen sucht. Nicht Papiergeld, sondern Sachwerte. Etwas schwächere Zinsen haben diesem Aufwärtstrend sicher nicht geschadet, da Goldanlagen in Phasen von hohen Zinsen weniger interessant sind, da sie keine Zinsen bringen. Ein hoher Goldpreis ist für mich teilweise ein Fieberbarometer und zeigt, dass die Unsicherheit allgemein hoch oder sogar sehr hoch ist. Neben Kriegen stehen grosse und teure Herausforderungen wie Energiewende, Klimawandel, überalternde Gesellschaft mit Finanzierungsproblemen der Renten und ausufernde Kosten im Gesundheitswesen usw. usw. an. Wie das finanziert werden soll, steht mindestens teilweise in den Sternen. Die Gefahr ist gross, dass durch die Hintertür noch mehr Schulden gemacht werden und das Finanzsystem so längerfristig noch mehr untergraben wird. Auch die Rekordpreise von Bitcoin könnten eine ähnliche Unsicherheit aufzeigen.

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oder rufen unter 062 871 66 96 an.

Ratgeber Naturmedizin – 12 - 2024

Sonja Wunderlin, Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Ätherische Öle und Hauterkrankungen
In der Dermatologie gut bekannt sind zum Beispiel Anwendungen von Zink, Cortison, harnsäurehaltigen oder fettenden Salben. Noch viel zu wenig Beachtung wird den ätherischen Ölen geschenkt. Deshalb schreibe ich heute über einige Anwendungsmöglichkeiten der Öle bei verschiedenen Hauterkrankungen.
Was sind eigentlich ätherische Öle? – Diese werden aus einer Pflanze meist durch Wasserdampf-Destillation gewonnen. Sie sind der flüchtige und gleichzeitig der aromatische Teil der Ursprungspflanze und sind sehr spezifisch in ihrer Wirkweise. Sie unterscheiden sich von fetten Ölen wie Olivenöl, die aus Samen oder Kernen gepresst werden.
Bei der Anwendung von ätherischem Öl gibt es einerseits eine direkte Wirkung auf der Haut und gleichzeitig immer die Duftwirkung über die Nase. Der Duft spricht das Limbische System im Hirn an, wo Emotionen und Erinnerungen verarbeitet werden. Dies ist vor allem bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und juckenden Dermatosen spannend, die eine seelische Komponente haben oder wenn eine Erkrankung dem Patienten «auf die Nerven» geht.
Beim Auftragen der ätherischen Öle werden zusätzlich zur Duftwirkung auch ganz lokale Effekte genutzt. So wirken gewisse ätherische Öle nachweislich gegen Viren, Bakterien oder Pilze, sind antientzündlich oder wundheilungsfördernd. Es können aber auch ganz spezifisch Öle beispielsweise auf die Wirkung gegen multiresistente Keime getestet werden, dies ist vor allem bei MRSA, dem in der Umgangssprache sogenannten «Spitalkäfer», interessant, bei welchem kaum noch ein Antibiotikum gefunden werden kann, das hilft. Es kann mit minimaler Dosis direkt am Ort des Geschehens therapiert werden und der grosse Vorteil ist, dass bei ätherischen Ölen keine Resistenzen entstehen.

Praktische Beispiele:
Bei Herpes Zoster und Juckreiz auf der Haut (da ist die Ursache zu klären!) empfehle ich eine Mischung aus Cist­rose, Lavendel fein und Pfefferminze in Johanniskrautöl. Pfefferminze reizt die Kältekörperchen der Haut, hat so ein angenehmen kühlenden Effekt und der Schmerz tritt in den Hintergrund. Alternativ zu Johanniskrautöl kann man die ätherischen Öle in ein Melissen-Hydrolat mischen lassen und mehrmals täglich per Spray aufsprühen, das insbesondere bei starkem Berührungsschmerz, der ein Einreiben erschwert.
Bei Vaginalpilz ist die Flora gestört (der Pilz gehört eigentlich in geringer Anzahl zu jeder gesunden Hautflora), der Pilz breitet sich infolge dessen aus und verursacht Brennen oder Jucken. Zur Wiederherstellung des Gleichgewichts gibt es ein sehr bewährtes Hausmittel: Es wird ein Joghurt präpariert mit ätherischen Ölen: 3 EL Naturejoghurt und 4 Tropfen ätherisches Öl von Majoran, Lavendel oder Rosengeranie werden vermischt und darin ein Tampon eingetaucht und über Nacht getragen. Die Milchsäurebakterien machen ein angenehmes Klima für die erwünschten Keime und die ätherieschen Öle halten die anderen in Schach.
Fusspilz kann etwas rigoroser behandelt werden mit der 1:1-Mischung eines fetten Öles und ätherischem Thymianöl des Typs «Thymian Thymol».
Um ätherische Öle anzuwenden sind Erfahrung und fundiertes Wissen wichtig. «Einsteigeröl», wirksam und gleichzeitig mild, ist das Lavendelöl. Wenige Menschen reagieren empfindlich darauf. Immer zuerst auf einem kleinen Hautareal, beispielsweise in der Armbeuge testen, bevor ein Öl angewendet wird.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

 

Ratgeber Recht 11 – 2024

MLaw Pascal Messerli
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
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Privatklägerschaft im Strafprozess, was müssen Sie beachten?
Wenn Sie eine Strafanzeige oder einen Strafantrag bei der Polizei oder der zuständigen Staatsanwaltschaft einreichen und sich als Privatkläger im Strafprozess beteiligen wollen, dann ist es wichtig, einige formelle und materielle Dinge zu wissen. In diesem Beitrag werden nützliche Informationen zur Privatklägerschaft im Strafverfahren gegeben.
Einige Straftatbestände wie die einfache Körperverletzung, Tätlichkeit, Sachbeschädigung oder Diebstahl zum Nachteil eines Angehörigen sind Antragsdelikte. Jede Person, welche durch eine solche Tat verletzt wurde, muss die Bestrafung des Täters selbst beantragen. Dieses Antragsrecht erlischt nach drei Monaten seit dem Tag, an welchem der antragsberechtigten Person der Täter bekannt wird. Es ist wichtig, dass diese Frist eingehalten wird.
In der Strafprozessordnung wird bei der Privatklägerschaft zwischen geschädigter Person und Opfer unterschieden. Personen, die durch eine Straftat (beispielsweise durch ein Vermögensdelikt) in ihren Rechten unmittelbar verletzt werden, gelten als Geschädigte. Die geschädigte Person muss gegenüber den Strafverfolgungsbehörden ausdrücklich erklären, dass sie sich als Privatkläger beteiligt. In der Praxis ist es auch im Strafprozess wichtig, dass der Schaden genau beziffert wird und entsprechende Beweise und Belege für die Forderung eingereicht werden.
Als Opfer gelten geschädigte Personen, welche durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt werden. Diese Definition ist bei Gewalt- und Sexualdelikten erfüllt. Einem Opfer stehen im Strafprozess verschiedene Informationsrechte sowie das Recht auf Persönlichkeitsschutz zu. Ausserdem besteht das Recht, sich von einer Vertrauensperson begleiten zu lassen. Die Strafbehörden vermeiden es auf Verlangen des Opfers nach Möglichkeit auch, dass eine Begegnung mit der beschuldigten Person stattfindet. Bei Sexualdelikten hat das Opfer zudem den Anspruch, von einer Person gleichen Geschlechts einvernommen zu werden. Schliesslich kann ein Opfer eines Sexualdelikts beantragen, dass mindestens eine Person gleichen Geschlechts wie das Opfer Mitglied des Gerichtsgremiums ist.
Damit Ihre Privatklägerschaft erfolgreich ist, sollten folgende Punkte beachtet werden.
– Bei Antragsdelikten wie der einfachen Körperverletzung oder Sachbeschädigung erlischt das Antragsrecht nach drei Monaten.
– Achten Sie als geschädigte Person darauf, dass Sie einen allfälligen Schaden genau beziffern und entsprechende Beweise oder Belege bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden einreichen.
– Nutzen Sie Ihre zusätzlichen Rechte, wenn Sie Opfer einer Straftat geworden sind.
– Wenn Sie psychologische, soziale, oder medizinische Hilfe benötigen, wenden Sie sich an die Opferhilfeberatungsstelle in Ihrer Region.
Wenn Sie weitere Fragen zur Privatklägerschaft im Strafprozess haben, dann treten Sie mit uns in Kontakt.

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