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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Soll ich jetzt noch neu investieren?
Wann die Märkte zuoberst und zuunterst sind, das weiss man immer erst im Nachhinein. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, ist eine Kunst, welche fast niemandem gelingt oder zumindest nicht permanent. Also empfehle ich, sich auf andere Grundsätze zu konzentrieren: 1. Eine vernünftige Streuung/Diversifikation der Anlagen. 2. Gestaffelter Einstieg. 3. Auf Kosten der Anlagen achten. Teure Produkte sind oftmals nicht einfach besser. 4. Nicht nur in Modethemen investieren. Wenn etwas im Fokus steht, ist oft schon ein grosser Teil des Anstiegs durch. 5. Auf die Bewertung achten. Eine günstige Bewertung ist absolut kein Erfolgsgarant. Sehr teuer bewertete Aktien können aber oft ihr Wachstum früher oder später nicht mehr halten und es gibt Enttäuschungen. 6. In Übertreibungsphasen nach oben vorsichtiger werden und in Phasen mit grossem Pessimismus nicht nur das Negative sehen und mehr Mut zeigen.
Aus meiner Sicht befinden wir uns schon eine längere Zeit eher in einer solchen Phase. Selbst negative Nachrichten werden positiv ausgelegt. Das ist ein typisches Zeichen, dass Märkte überhitzen. Aktien seien «alternativlos» usw. liest man fast täglich. Soll ich also noch neu investieren?
Ja, aber sehr zurückhaltend. Zuerst müssen wir uns wieder bewusst sein, dass fast jeder von uns bereits via AHV und PK viel Geld in Anlagen hat und die Altersrente also recht stark von deren Rendite abhängt. Dann würde ich auch meinen Zeithorizont anschauen. Wenn ich auf dieses Anlagegeld sehr lange nicht angewiesen bin oder mich ein Teilverlust nicht in finanzielle Probleme bringt, dann darf ich sicher einen Teil anlegen. Fragen Sie sich aber auch, ob Sie bei einem Wertverlust von zB. 25 % noch ruhig schlafen können? Wenn Ihnen Ihre Finanzanlagen den Schlaf rauben, dann schalten Sie 1, 2 Gänge tiefer und investieren mit weniger Risiko.
Tönt alles einfach, ist es aber aus meiner Sicht im Moment nicht. Im Moment ist ohne oder mit wenig Risiko nichts zu holen. Ob sich das eingegangene Risiko aber dann mal richtig auszahlt, wird man erst in der Zukunft sehen. Ein Kater nach einer langen Party ist ok. Es sollte einfach kein Debakel geben.

Achtet auf den Mittelstand
Nach dem zweiten Weltkrieg gab es ein Wirtschaftswachstum sondergleichen, welches im Westen einen breiten Mittelstand hervorbrachte, welcher sich immer mehr leisten konnte. Genau dieser Mittelstand ist aus meiner Sicht auch ein sehr wichtiger Pfeiler der Demokratie. Im Moment habe ich etwas Angst, dass dieser schleichend, aber kontinuierlich geschwächt wird. Für sozial Schwache haben wir x Fangnetze und die Superreichen sind so reich und flexibel, dass sie sich immer wieder anpassen können, wenn sie wollen. Nicht erst mit Corona wird die Demokratie wieder mehr zurückgedrängt und die Freiheit eingeschränkt. Auch die finanziellen Möglichkeiten verschlechtern sich schleichend und fast unbemerkt. Wir bräuchten wieder Politiker und Zentralbanker mit Weitsicht und Blick fürs Ganze. Weder neue Subventionen noch weitere Fangnetze nach unten bringen dem Mittelstand wirklich etwas. Auch immer neue Schulden (auch wenn sie aktuell fast gratis sind) schwächen längerfristig den Mittelstand. Das endgültige Aus für den Mittelstand wäre eine länger andauernde hohe Inflation.

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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Reaktionen auf meinen letzten Ratgeber-Artikel
Ich hatte selten so viele Reaktionen auf einen Ratgeber-Artikel wie auf den letzten vor drei Wochen. Ich hatte darin die explodierenden Staatsschulden und deren Finanzierung durch die Zentralbanken angesprochen. Offenbar stört die unverblümte Schuldenmonetarisierung erstaunlich viele interessierte und kritische Bürger. Ich sage «erstaunlich», nicht weil ich denke, das sei unbedeutend oder unwichtig, sondern weil ich denke, Geldpolitik sei für die meisten Leute eher abstrakt und nicht ihr drängendstes Problem. Ich finde es sehr erfreulich, dass sich dennoch viele Leute kritisch zu den immer massloseren Massnahmen der Staaten und Zentralbanken äussern. Die daraus drohenden Probleme bauen sich zwar nur langsam auf, sie beginnen sich aber langsam zu zeigen.
US-Inflation
Vorletzte Woche sind die Juli-Daten zur Konsumentenpreisinflation in den USA publiziert worden. Nach drei Monaten mit immer höheren Raten trafen sie diesen Monat die angehobenen Erwartungen ziemlich präzis. Die Kerninflation lag bei +4,2%, die gesamte Konsumgüterinfla­tion bei +5,4%. Die Beschwichtigungen der Zentralbanker, dass alles nur halb so schlimm sei und eh nur temporär, scheinen die Aktienmärkte weiterhin zu glauben.
Ein Kommentar dazu von Briefing.com (ein langjähriger, professioneller Marktanalyst): «Es gibt es nicht oft, dass der Aktienmarkt Trost findet in einem Konsumgüterpreisindex, der anzeigt, dass die Konsumgüterpreise ‹nur› 5,4% gegenüber dem Vorjahr anstiegen. Wie auch immer, genau dies passierte.» Sollte die Inflation länger auf diesem Niveau bleiben oder gar noch ansteigen, wäre das schlecht für Lohnempfänger und Mittelstand. Spätestens, wenn die Zentralbanken sich dazu gezwungen fühlen, ihren Fuss vom Gaspedal zu nehmen, wäre auch mit Turbulenzen an den Aktienmärkten zu rechnen. Unsere Einschätzung zum amerikanischen Aktienmarkt bleibt negativ.
Leonteq
Leonteq steht aktuell bei 58 Franken oder etwa 60% im Plus gegenüber dem Jahresanfang. Ich habe letztmals im Februar etwas zum Anbieter von strukturierten Produkten geschrieben (ist auch auf unserer Homepage zu finden). Wer damals noch keine Gewinne mitgenommen hat, kann das jetzt mit schönem Gewinn tun. Unsere langfristige Einschätzung zu Leonteq bleibt positiv, weshalb wir nicht mit der ganzen Position aussteigen. Das erste Halbjahr zeigte absoluten Rekord, das zweite Halbjahr dürfte erfahrungsgemäss etwas schwächer sein. Einige neue Partnerschaften wurden bekannt gegeben, was längerfristig zu steigendem Umsatz führen dürfte und die Bewertung, gemessen am aktuellen Gewinn, ist noch nicht teuer.
Gold
Wie oben erwähnt, scheint der Aktienmarkt davon auszugehen, dass die Zinsen trotz hoher Inflation tief bleiben und die Zentralbanken weiterhin Liquidität in die Märkte drücken. Ein anderes Szenario scheint der Goldpreis anzuzeigen. Er geht seit einem guten Jahr eher seitwärts/runter, obwohl die Inflation angestiegen ist und die Zinsen tief sind. Negative Realzinsen (Zins minus Inflation) sollten an sich eher positiv für die Goldpreisentwicklung sein. Der Goldpreis scheint somit davon auszugehen, dass entweder die Inflation bald deutlich sinkt und/oder die Zinsen anziehen werden. Wer eine tiefe Aktienquote hat und nicht auf einen deutlichen Rücksetzer warten will, könnte deshalb ein Auge auf Gold werfen. Wir kaufen derzeit bei gewissen Kunden den Goldminen-ETF mit Kürzel GDX. Der originale GDX handelt in USD und ist sehr liquide. Es gibt auch einen an der SIX gehandelten GDX in CHF, der in normalen Zeiten ansprechend liquid ist. Bei Fragen dazu melden Sie sich einfach bei uns.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Spesen, Gebühren und nochmals Spesen
Über dieses Thema könnte man langsam Bücher schreiben. Mich nervt die Tendenz, dass überall und immer mehr jeder Bleistiftstrich und jede Minitätigkeit in Rechnung gestellt wird. Das ist nicht nur bei den Banken so. Auch bei Handwerkern hat die Mode Fahrspesen, Kleinmengenzuschlag usw. usw. in Rechnung zu stellen teilweise Überhand gewonnen, und bei Verwaltungen kostet bald jede Bescheinigung und Anfrage. Solche Sachen machen mich allergisch. Vor allem, wenn sie einseitig und aus meiner Sicht teilweise noch unfair sind.

Ich werde alt
Eigentlich habe ich das Gefühl für mein Alter noch recht fit zu sein und hoffentlich auch (noch) nicht zu engstirnig und zu konservativ durch das Leben zu gehen. Auch bin ich absolut nicht der Meinung, früher sei alles besser gewesen. Nun bemerke ich, dass mir meine abwägende Art, mein aus meiner persönlichen Einschätzung und Sicht noch vorhandener gesunder Menschenverstand bei Anlageentscheiden oft im Wege steht. Wieso sich Gedanken machen? Es geht sowieso alles rauf und man muss nur den richtigen Trends folgen, der bezahlte Preis spielt eine nebensächliche Rolle. Ich habe in der Theorie (und in der Praxis) noch gelernt, dass es KEIN Gratismittagessen und kein Perpetuum mobile gibt. Nun plötzlich daran zu glauben, fällt mir schwer, auch wenn man damit aktuell immer mehr zum Aussenseiter wird.

Losgelöster Immobilienmarkt
Der Immobilienmarkt entwickelt sich nicht ganz so euphorisch wie der Aktienmarkt, aber die Grundtendenz ist in den letzten Jahren auch fast nur nach oben. Nicht in allen Bereichen gleich. Teilweise sehen wir Preisausreisser, welche ich bis vor kurzem für unmöglich gehalten hätte. Die Nachfrage trifft auf ein schon grösser gewesenes Angebot. Obwohl ich bei uns erkenne, dass die Breite der Nachfrage abnimmt, reicht es immer noch, das Preisniveau in stark gesuchten Teilbereichen zu halten oder weiter anzuheben. Umso stärker und länger die Preise steigen, umso weniger können sich zukünftige Käufer Immobilien noch leisten, was irgendeinmal zu einem Boomerang werden könnte. Aber sehr viel billiges Geld sucht weiter Anlagemöglichkeiten, und damit werden wir kurzfristig kaum eine Trendumkehr feststellen. Diese wird eines Tages kommen, genau wie nach dieser gefühlt nie aufhörenden Schlechtwetterphase die Sonne wieder kommen wird.

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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Globale Mindeststeuer für Unternehmen
Nach Jahren stockender Verhandlungen haben sich die G7-Staaten vor zehn Tagen auf eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent für weltweit agierende Grosskonzerne geeinigt. Ob die Pläne auch umgesetzt werden, ist noch offen.
«Wir wollen ein faires Steuersystem, eines, wo jeder seinen fairen Anteil zahlt.» Vordergründig ein gutes Argument, nur: Was heisst fair? Wer bestimmt was fair ist? Und wird das Steuersystem tatsächlich fairer, wenn der Steuerwettbewerb reduziert oder gar komplett eliminiert wird?

Viele Staaten sind überschuldet
Dass gerade jetzt diese Pläne Schub bekommen, hat vermutlich andere Gründe. Viele Länder sind bis über beide Ohren verschuldet. Bereits vor Corona erreichten die Staatsschulden in vielen Ländern ungemütliche Niveaus. Corona taugt, nicht ganz überraschend, nun natürlich als gutes Feigenblatt, pardon Grund, um die Steuereinnahmen zu erhöhen.
Bisher wurden die neuen Schulden mehr oder weniger unverblümt von den Zentralbanken finanziert und damit das Verbot der Staatsfinanzierung verletzt. Langfristig müssen diese Schulden entweder abgeschrieben oder durch erhöhtes Steueraufkommen reduziert werden. Weitere Möglichkeiten wären Weginflationierung oder im Optimalfall besseres wirtschaftliches Wachstum.

Ist Wettbewerb nur bei Unternehmen gut, nicht aber bei Staaten?
Wettbewerb ist ein Begriff und Wert, der es in der heutigen Zeit schwer hat. Wettbewerb ist ja zuallererst unbequem. Jeder Marktteilnehmer ist gezwungen, sich immer und immer wieder zu verbessern. Das ist aber gerade der Grund, dass für das System der Wettbewerb langfristig ein Vorteil ist: Ein bequemer, träger und ineffizienter Teilnehmer wird aus dem Markt gedrängt, ein flexibler, effizienter setzt sich durch. Ohne Wettbewerb fehlt dieser Druck zur Verbesserung. Es macht deshalb durchaus Sinn, dass viele Staaten Gesetze gegen die Bildung von Oligopolen und Kartellabsprachen haben.
Ähnlich lässt es sich beim Wettbewerb unter den Staaten argumentieren. Ohne Steuerwettbewerb fällt ein Druck auf die Staaten weg, sich effizient und günstig im Dienste für die Bürger zu organisieren.

Manche Politiker wollen vollständige Eliminierung des Steuerwettbewerbs
Auch beim Wettbewerb gibt es ein «Zuviel», wo er ruinös und unfair wirkt. Gewisse Regeln dagegen sind durchaus sinnvoll. Dass es vielen Politikern aber nicht nur um die Eindämmung von Exzessen geht, sondern um die weitgehende Eliminierung von Steuerwettbewerb generell zu Gunsten höherer Steuereinnahmen, zeigt die vermutlich ehrliche, wenn auch etwas unbedachte Aussage des französischen Finanzministers Bruno Le Maire: «Das ist ein Anfangspunkt und in den kommenden Monaten werden wir uns dafür einsetzen, dass die Mindeststeuer so hoch wie möglich ist.»

Andere Standortfaktoren
Wird der wichtige Standortfaktor Steuerwettbewerb zurückgebunden, werden andere Faktoren für die Unternehmen wichtiger. Als positive Punkte, die die Schweiz dazu in die Wegschale werfen kann, hat Finanzminister Ueli Maurer den Zugang zu qualifiziertem Personal, einen liberalen Arbeitsmarkt, ein innovationsfreundliches Umfeld, politische Stabilität und die hohe Lebensqualität genannt.

Neue Steuer am Ort des Konsumenten
Gemäss einem zweiten Plan der G7 sollen Konzerne mit einer Gewinnmarge von mehr als zehn Prozent künftig auch dort steuerpflichtig werden, wo sie ihre Umsätze machen. Die über diese Marge hinausgehenden Gewinne sollen zu 20 Prozent in den jeweiligen Ländern versteuert werden. Dieser zweite Teil der geplanten Änderungen dürfte für die Schweiz problematischer sein als die Mindestbesteuerung, da Grosskonzerne wie Nestlé, Roche und Novartis einen Grossteil des Umsatzes im Ausland erzielen.

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In der Krise und Allzeithoch
Kaum zu glauben, aber Realität: Wir sind in der grössten Pandemie seit über 100 Jahren und die Finanzmärkte sind auf Allzeithoch. Natürlich hoffe auch ich, dass Corona bald Geschichte ist und eine Normalität wieder Einzug findet. Wird nun eine langanhaltende Boomphase ohne jegliche Probleme kommen? Kaum, aber die Finanzmärkte könnten aktuell so etwas anzeigen, und genau das könnte das nächste grosse Problem werden. Durch Zentralbanken unendlich aufgeblähte Finanzmärkte, welchen irgendeinmal die Luft ausgeht, könnten die nach Corona aufkommende Partystimmung erheblich dämpfen. Irgendeinmal könnte dann die Aufwachphase mit einem heftigen Kater kommen, und man merkt, dass alles viel zu schön war, um wahr zu sein… Wohlstand generieren, ohne dass man dafür arbeitet, das wäre toll, aber auf Dauer kaum realistisch.

Müssen wir uns auf Teuerung einstellen?
In einem früheren Ratgeber hatte ich auf ein Inflationsrisiko nach dem Ende der Corona-Pandemie hingewiesen. Dieses Szenario scheint sich nun anzubahnen. Etwas Teuerung wäre ganz gut, könnte man doch endlich aus der nichts mehr bringenden Minuszinsendlosschlaufe aussteigen. In den letzten Wochen konnte man aber vermehrt Kommentare lesen, dass Teuerung ein ganz grosses Problem werden könnte. Erste Beispiele können wir in den Medien lesen: Der internationale Preis für Bauholz soll sich verfünffacht haben. Auch andere Güter sollen massiv teurer geworden sein. Das löst eine gewisse Kettenreaktion aus. Aus meiner Sicht basieren die Preisanstiege aber zum grösseren Teil auf Lieferproblemen wegen der Stillstände durch Corona. Das sollte sich in einigen Monaten wieder beruhigen. Gefährlich würde es, wenn bei den Löhnen ein Teuerungsschub käme. Das kann ich mir mindestens bei uns im Moment kaum in der Breite vorstellen. Deshalb vermute ich, dass wir bei uns Teuerung bekommen, aber nicht dass sie sehr schnell davongaloppiert und ein riesiges Problem wird. Ob diese aber wirklich positiv für die Aktienmärkte ist, wage ich zu bezweifeln. Aktuell scheint man sich aber weiterhin in der Sorglosigkeit zu sonnen und wohlzufühlen.

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Steuererklärung…

Frühling ist nicht nur die Zeit, in der die Temperaturen steigen und die Uhren eine Stunde vorgestellt werden, sondern auch die Zeit, in welcher die jährliche Steuererklärung zum Ausfüllen ruft. Kein Wunder haben wir um diese Jahreszeit auch wiederkehrende Anfragen zu diesem Thema.
Wir waren bisher Mieter, jetzt haben wir ein Einfamilienhaus gekauft. Was ändert sich bei meinen Steuern?
In der jährlichen Steuererklärung geht es um zwei Steuern: die Einkommens- und die Vermögenssteuern. Zuerst zum gedanklich einfacheren Teil bei dieser Frage, den Vermögenssteuern: Sie haben den Kaufpreis Ihrer Liegenschaft finanzieren müssen. Deshalb haben Sie auf Ihrem Bankkonto einen tieferen Saldo und zusätzlich in der Regel eine Hypothek, die Sie als Schulden geltend machen dürfen. Im Gegenzug besitzen Sie jetzt eine Liegenschaft, deren Wert Sie als Vermögen angeben müssen. Da der so genannte Vermögenssteuerwert Ihrer Liegenschaft klar unterhalb vom bezahlten Marktpreis liegt, nimmt Ihr steuerbares Vermögen um diese Differenz ab und Sie bezahlen etwas weniger Vermögenssteuern.
Etwas komplizierter wird die Situation bei den Einkommenssteuern, da wir in der Schweiz das Unikat der Eigenmietwertsbesteuerung haben. Stellen Sie sich für einen kurzen Moment vor, Sie kaufen das EFH und vermieten es an sich selber. Steuerlich hat das zur Folge, dass Sie als Eigentümer die erhaltene Miete als Einkommen versteuern müssen, Sie als Mieter die bezahlte Miete aber nicht in Abzug bringen können. Netto führt das deshalb bei Ihnen zu einem höheren steuerbaren Einkommen. Diese Differenz entspricht dem so genannten Eigenmietwert. Auf der Gegenseite dürfen Sie dafür gewisse Gewinnungskosten in Abzug bringen. Zum einen sind das die belasteten Hypothekarzinsen, zum zweiten können Sie die Kosten zum Abzug bringen, die Sie aufwenden, um Ihr EFH im Wert zu erhalten. Diese sogenannt werterhaltenden Liegenschaftsunterhaltskosten schwanken natürlich von Jahr zu Jahr. Als Grössenordnung und Faustregel können Sie bei älteren Liegenschaften etwa von 1% des Liegenschaftpreises im langjährigen Schnitt ausgehen. Sie dürfen jedes Jahr wählen, ob Sie die effektiven werterhaltenden LUK oder eine Pauschale (10% des Eigenmietwerts, 20% bei Liegenschaften die älter als 10 Jahre sind) in Abzug bringen möchten. Da die Zinsen seit Jahren sehr tief sind, sind die Abzüge (Hypozinsen plus LUK) im Schnitt tiefer als der Eigenmietwert und Sie werden künftig im Schnitt höhere Einkommenssteuern zahlen müssen.

… und wenn ich eine Zweit-
Immobilie im Ausland kaufe?
Grundsätzlich ist die Betrachtung die gleiche, wie wenn Sie eine Zweitwohnung in der Schweiz kaufen würden, auch Ihre Zweitwohnung hat einen Eigenmietwert und Vermögenssteuerwert. So weit, so gleich wie oben erklärt. Bei der Steuerberechnung gibt es dennoch einen wichtigen Unterschied: Immobilien werden am Sitz der Immobilie besteuert.
Ihre Zweitwohnung liegt nicht in der Schweiz, wird also bspw. in Frankreich besteuert und nicht in der Schweiz. Sie müssen Ihre Zweitwohnung dennoch in der Steuererklärung angeben. Das schweizerische Steuersystem geht davon aus, dass vermögendere Personen mehr Vermögenssteuern bezahlen sollen als weniger vermögende. Für die Bestimmung des Steuersatzes wird deshalb Ihre Gesamtvermögen (inkl. Auslandvermögen) berücksichtigt (dito beim Einkommen). Die Basis für die Steuerrechnung hingegen, also Ihr steuerbares Vermögen oder Einkommen, bleibt ohne Berücksichtigung Ihres Vermögens/Einkommens im Ausland. Die Steuerrechnung liegt damit höher, als wenn Sie die Zweitwohnung nicht hätten.
Im Vergleich zur Situation einer Zweitwohnung in der Schweiz resultiert hingegen eine tiefere Steuerrechnung, dafür sind Sie zusätzlich im Land Ihrer Zweitwohnung beschränkt steuerpflichtig.

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