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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Inflation – wie soll man sich verhalten?
Nach rund 25 Jahren mit wenig oder keiner Teuerung ist es nicht ganz einfach, sich auf die neue Situation einzustellen. Einfach hoffen, dass das alles nur temporär ist und in Kürze wieder verschwindet, ist zu einfach und eher unrealistisch. Umgekehrt höre ich nun plötzlich Stimmen, dass dies alles nur der Anfang sei und die Preise richtig explodieren würden. Auch das ist möglich, für mich aber eher unwahrscheinlich. Ich hoffe, dass die Zentralbanken die immense Geldflut eindämmen und die Zeit des Gratisgeldes beenden werden und somit die Inflation nicht entgleitet. Solche Signale sieht man in den USA und auch in der Schweiz. Die Europäische Zentralbank ist da noch sehr zaghaft. Was passieren kann, wenn man die Infla­tion nicht rasch bekämpft, das haben als Beispiel viele Türken in den letzten zwei Jahren leider erleben müssen. Rund 80 Prozent Geldentwertung in zwei Jahren lässt den Mittelstand verarmen, ich würde das sogar «enteignen» nennen. Ich will keine Angst machen. Bei unseren gut 3 Prozent Teuerung würde das viel, viel länger gehen. Es ist kaum mehr die Zeit, sein Geld komplett unter der Matratze zu verstecken oder auf dem Konto zinslos liegen zu lassen. Immer genügend Liquidität zu halten, bleibt wichtig. Darüber hinaus, sollte man einen guten Mix zwischen Sach- und Nominalwerten finden. Komplett schützen kann man sich nie, aber so sollte man auch in schwierigeren Zeiten keine allzu grossen Probleme bekommen. Eine extreme Positionierung würde ich aber auch in dieser Situation nicht machen, denn es kommt oft anders, als man denkt...

Zur Rose unter Druck
Die Versandapotheke zur Rose hat ein immenses Wachstum hinter sich. Lange kannte auch der Aktienkurs nur eine Richtung. Der Himmel schien das Ziel. Seit rund einem Jahr geht es nun steil nach unten. Nach Kursen über
Fr. 500.– sehen wir den Preis aktuell zwischen Fr. 60.– und Fr. 65.– pro Aktie. Das forsche Wachstum war nicht gratis und die Firma schreibt nach wie vor grosse Verluste. Die Geschäftsidee ist sicherlich zukünftig sehr interessant. Zu schnelles Wachstum ist aber nie risikolos. Risikofreudige Anleger können die Aktie als kleine Beimischung aber wieder anschauen. Etwas weniger Risiko bergen die Obligationen, welche teilweise auf Verfall stolze 6 bis 8 % rentieren. Ein Konkurs ist nie auszuschliessen, für mich hier aber eher unwahrscheinlich.


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Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Was ist das Ziel von FIDLEG und FINIG?

EZB erhöht Zinsen auf 0%
Ich habe im letzten Ratgeber die EZB kritisiert, dass sie die schon längst explodierende Inflation zu spät und nur in homöopathischen Dosen bekämpft und damit ihr Hauptmandat «Geldwertstabilität» nicht nur vernachlässigt, sondern massiv verletzt. Vergangenen Donnerstag nun hat die EZB endlich reagiert und die Zinsen erhöht. Die in geldpolitischen Belangen eher zurückhaltende NZZ schreibt dazu: «Keine Währungsbehörde hat so zögerlich auf die Inflation reagiert wie die EZB... Am Donnerstag hat aber endlich auch die EZB jenen Schritt getan, den sie seit Monaten hätte tun sollen, sie hat die geldpolitische Straffung gestartet».
Das vor einem Monat von der EZB vorangekündigte Minischrittchen von 0,25% wurde immerhin verdoppelt, die EZB erhöhte ihren Einlagesatz um 0,5%. Reicht der neue Einlagesatz von 0%, um die Inflation glaubwürdig zu bekämpfen? Zur Erinnerung: Das selbsternannte Ziel der EZB bezüglich Inflation liegt bei 2%, aktuell liegt die Inflation im Euroraum bei 8,6%.
Natürlich hat der Ukraine-Krieg mit steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen zur Inflation beigetragen. Dies als Hauptgrund für die explodierende Inflation zu bezeichnen, wäre aber eine beschämende Ausrede. Zum einen ist die Inflation schon vor einem knappen Jahr über das eigene EZB-Ziel von 2% angestiegen und betrug bspw. im November 2021 schon 4,9%.
Zum anderen steht die Inflation auch unter Ausklammerung von Energie und Nahrungsmitteln aktuell bei viel zu hohen 4,6%. Putin als Sündenbock vorzuschieben, mag zwar bequem sein, wäre aber beim Thema Inflation völlig verfehlt. Um ihre «beschädigte Glaubwürdigkeit» (Zitat NZZ) wieder herzustellen, müsste die EZB noch wesentlich mehr tun und nicht erst im November.

Wo stehen die Aktienmärkte?
Die Aktienmärkte haben dieses Jahr bekanntlich substanziell korrigiert. Am Donnerstag hat der S&P500 immerhin wieder einen Stand von knapp 4000 erreicht. Seit Jahresanfang entspricht das einem Minus von -16%, seit dem Intraday-Tiefststand Mitte Juni bei etwa 3640 aber einem Plus von knapp +10%.
Wir erachten die aktuellen Anstiege als temporäre Gegenbewegung in einem Bärenmarkt und bleiben weiterhin vorsichtig. Die Bewertung des US-Aktienmarkts ist trotz der Kursverluste nicht mal ansatzweise in der Nähe von günstig. Zudem gehen wir davon aus, dass die Gewinnerwartungen der Analysten noch zu optimistisch sind. Warum? Die Gewinnmargen der Firmen stehen auf Rekordniveaus, sie wurden durch die riesigen Staatsdefizite und Corona-Stützungsmassnahmen aufgeblasen. Dieser Rückenwind wird in den folgenden Quartalen abnehmen und so vermutlich auch die Gewinnmargen.

VW
Gleichzeitig erscheinen heute mehr Einzelaktien interessant als vor einem Jahr. Das hat damit zu tun, dass einzelne Aktien richtiggehend kollabiert sind und dort viel mehr heisse Luft abgelassen wurde als im Gesamtmarkt. Aber auch die Unsicherheiten sind viel grösser. Beispiel VW: Der Kurs hat recht stark unter dem Ukraine-Krieg gelitten, VW hat Zulieferfabriken in Ukraine. VW scheint – trotz der noch immer recht teuren Aktienmärkte – sehr günstig. Die Analysten erwarten ein Kursgewinnverhältnis für 2022 von 4x. Selbst wenn die Gewinnprognosen um den Faktor 2 zu hoch wären, wäre die Bewertung noch immer im einstelligen Bereich und damit sehr günstig. Wir können uns zwar vorstellen, dass die Zulieferprobleme und auch höhere Inputkosten den Gewinn im 2022 stark beeinträchtigen. Das dürfte aber temporär sein, über drei, vier Jahre hinweg gehen wir von Gewinnen in ähnlicher Grössenordnung aus. Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass sich der Kurs längerfristig sehr positiv entwickeln dürfte. Aktuell steht der Kurs der Vorzugsaktie etwa bei 135 Euro.

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Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Was ist das Ziel von FIDLEG und FINIG?

EZB und Inflationsbekämpfung? Fehlanzeige!
Die EZB fährt mit ihrer Strategie zusehends «an die Wand». Die Inflation beträgt mittlerweile mehr als 8%, doch die EZB konnte sich immer noch nicht zum Bekämpfen der Inflation bekennen. Sie verliert jegliche Glaubwürdigkeit als Zentralbank. Erst per Ende Juni sollen die Anleihekäufe wenigstens auslaufen und so keine weitere Liquidität in den Markt gedrängt werden und erst im Juli sollen die Zinsen um ein Minischrittchen von 0,25% erhöht werden. Zinsen um den Nullpunkt und Inflation bei 8%? Wo haben wir doch gleich bei Erdogan immer den Kopf geschüttelt? Richtig, bei seiner eigentümlichen Geldpolitik.

Die SNB erhöht ihren Leitzins auf -0,25%
Das inflationäre Umfeld in der Schweiz ist dazu im Vergleich schon fast angenehm. Zwar stieg die Inflation ebenfalls ungewohnt stark an, liegt aber mit knapp 3% doch deutlich tiefer. Im Vorfeld der geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB erwarteten denn auch die meisten Experten, dass die SNB nichts am Leitzins ändern und sich weiter hinter der EZB verstecken werde. Doch sie irrten. Die SNB entschied sich am vergangenen Donnerstag, erstmals seit 15 Jahren ihren Leitzins zu erhöhen und dies gleich um 0,5%. Neu steht der SNB-Leitzins damit bei -0,25%.

Gratulation an die SNB…
Der SNB gebührt für diesen Entscheid ein Lob. Sie hat sich aus dem gefährlichen Fahrwasser der EZB hinausgewagt und versucht mit ihrem Entscheid, verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Sie hat sich dem riesigen Druck der hyperexpansiven «laissez-faire»-Geldpolitik der letzten Jahre endlich verweigert und das Richtige getan. Das geldpolitische Ziel der SNB lautet Preisstabilität, was sie mit einem Anstieg der Konsumentenpreise von weniger als 2% pro Jahr gleichsetzt. Wie erwähnt stehen wir aktuell bei knapp 3% (Tendenz steigend), somit war es höchste Zeit zu reagieren. Die SNB konnte ausserdem das für sie im Moment einigermassen angenehme Devisenumfeld nutzen. Der USD ist derzeit recht stark bzw. der CHF nicht mehr allzu stark. Das gibt Luft für einen mit höheren Zinsen leicht ansteigenden CHF. Dies wiederum hilft gegen die so genannte «importierte Inflation».

… es bleiben ihr aber noch Herkules-Aufgaben
Die SNB dürfte mit ihren Massnahmen noch lange nicht fertig sein. Der Leitzins liegt immer noch im Minus. -0,25% vs. knapp 3% Inflation: auch die SNB ist noch meilenweit weg von einer restriktiven Geldpolitik. Den noch längeren Weg hat die SNB allerdings bei einer anderen Pendenz vor sich. Die seit der Finanzkrise explodierte Bilanzsumme ist im Vergleich zur Wirtschaftsleistung so gross wie bei keiner anderen Zentralbank. Die Rückführung auf ein «vernünftiges Niveau» dürfte nicht so einfach und schnell zu bewerkstelligen sein. Aber auch hier gilt die Weisheit von Konfuzius: Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Höhere Zinsen
Was lange kaum mehr jemand für möglich gehalten hat, ist eingetroffen. Die Zinsen sind in den letzten 4 Monaten massiv angestiegen und haben sich von den langanhaltenden Tiefstständen gelöst. Die lange als temporäres Phänomen beschriebene Inflation hält sich sehr hartnäckig und kann auch von Notenbankern und Politikern im Moment nicht mehr weg- oder kleingeredet werden. Obwohl die Zinsen im längerfristigen Vergleich immer noch sehr tief sind, hat das Spuren in der Obligationenquote vieler Anleger hinterlassen. Längerfristige Obligationen sind im Preis merklich gesunken, was man auch in vielen gemischten Fonds eindeutig in der negativen Performance sieht. Genau solche Überlegungen haben mich lange vorsichtig gestimmt. Wie es nun weitergeht, ist schwer zu beurteilen. Beruhigt sich die Inflation oder gehen wir vielleicht sogar in Richtung eine Stagflation, was kaum eine tolle Zukunft verheissen würde? Anleger finden aber endlich wieder festverzinsliche Anlagen mit einer Nettorendite nach allen Kosten. Das war lange sehr, sehr schwierig. Leider decken aber auch diese Zinsen aktuell die Teuerung nicht vollumfänglich.

Messe Schweiz vor weiterer Kapitalerhöhung
Die börsengehandelte Messe Schweiz hat anspruchsvolle Zeiten hinter sich, welche ein grösserers Loch in der Kasse hinterlassen haben. Die Probleme um die Uhrenmesse Basel World und Corona haben dem Messeanbieter massiv zugesetzt. Nun wird unter anderem zur Ablösung einer nächstes Jahr fällig werdenden Obligation eine grössere Kapitalerhöhung geplant. Natürlich ist die Zeit der ganz grossen Publikumsmessen vorbei. Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich für risikofreudige Anleger auf diesem Niveau oder bei der möglichen Kapitalerhöhung ein Einstieg lohnen könnte. Diese Aktie nimmt sehr viel Negatives vorweg und sie besitzt sehr viele Messeimmobilien an bester Lage in Basel und Zürich, was eine gewisse Sicherheit darstellt.
Möglicherweise stehen Idorsia und Basilea (beides gehandelte Biotechaktien aus dem Raum Basel) auch bald vor Kapitalmassnahmen, welche wahrscheinlich ebenfalls in einer Kapitalerhöhung enden könnten. Das könnte den Druck auf den Aktienkursen erklären. Auch bei diesen beiden Firmen bin ich mittelfristig relativ positiv, obwohl der aktuelle Preis eine andere Sprache spricht. Trotzdem eignen sich diese Aktien nur für eher risikofreudige Anleger und als Beimischung.

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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Was ist das Ziel von FIDLEG und FINIG?

Mit der Einführung vom neuen Finanzdienstleistungsgesetz FIDLEG im 2021 und Finanzinstitutsgesetz FINIG im laufenden 2022 kommen sowohl wesentlich höhere zeitliche und administrative wie auch finanzielle Anforderungen auf die Schweizer Vermögensverwalter zu. Ziel dieser beiden Gesetze ist es, den Anlegerschutz zu erhöhen.

Rasenmäher-Methode
Unserer unmassgeblichen Ansicht nach wird mit extrem grossem Aufwand ein extrem kleines Resultat erreicht. Bildlich gesprochen wird mit der Rasenmäher-Methode vorgegangen: Die 90% «sauberen» Vermögensverwalter (von mir aus auch mehr, es geht um das Beispiel) bleiben sauber, die 1% «kriminellen» interessieren die Gesetze nicht und bleiben kriminell, einzig bei den 9% im Graubereich dürfte sich die gewünschte Verbesserung und Erschwerung ihrer grauen Machenschaften zeigen. Bei den 90% «Sauberen» ergeben sich hingegen vorwiegend höhere administrative und finanzielle Aufwände.

Aufwand versus Ertrag: Mehrwert für Sie?
Die höheren Aufwände resultieren nicht nur aus den direkten neuen Rechnungen von Aufsichtsorganisation und FINMA oder beispielsweise auch von den massiv erhöhten Weiterbildungsvorschriften, sondern auch aufgrund der teureren Prüfkosten durch die Revisionsgesellschaften. Jede dieser höheren Rechnungen ist durch den höheren Aufwand dahinter grundsätzlich gerechtfertigt. Trotzdem haben Sie als möglicher Kunde eines Vermögensverwalters unserer Meinung nach von all diesen Kosten leider keinen grossen Mehrwert.
Etwas salopp formuliert: Im Verlauf von 2022 müssen die Schweizer Vermögensverwalter die Zulassung der FINMA bekommen, damit sie weiterhin das tun dürfen, was sie teilweise schon während Jahrzehnten professionell getan haben.
Nicht alles an FIDLEG und FINIG ist komplett überflüssig. Die Gesetze sind gut gemeint, schiessen aber leider über das Ziel hinaus. Wenig klar ist, um wie viel der Anlegerschutz dadurch tatsächlich verbessert wird. Was aber klar wird, ist, dass all dies viel kostet. Dies ist leider vielen unserer Politikern nicht klar.

Hausgemachte Inflation: neue Gesetze und Regulierungen, ausufernde Bürokratie
Inflation kommt also nicht ausschliesslich durch masslose Zentralbanker, Corona-Massnahmen, Ukraine-Krieg, etc. zu Stande, sondern manchmal durchaus hausgemacht durch steigende Regulierungen und Bürokratie...

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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Geldpolitik und Inflation
Seit der Finanzkrise 2008 ist in der Geldpolitik eine neue Ära angebrochen. Alle wichtigen Zentralbanken weltweit weiteten ihre Geldmengen in davor undenkbarem Ausmass aus.
2011 beschwichtigte der damalige FED-Chef Bernanke, dass diese Massnahmen nur temporär seien und nichts mit verbotener Staatsfinanzierung zu tun hätten: «Eine Monetarisierung würde eine permanente Erhöhung der Geldmenge erfordern, um die Rechnungen der Regierung durch Geldschöpfung zu bezahlen.  Was wir hier tun, ist eine vorübergehende Massnahme, die rückgängig gemacht wird, sodass am Ende dieses Prozesses die Geldmenge normalisiert ist, die Bilanz der Fed normalisiert ist und
es keine dauerhafte Zunahme gibt,  auch nicht bei den ausstehenden Geldern oder in der Bilanz der Fed.»
Wer heute die Entwicklung anschaut, sieht, wie weit weg diese Aussage von jeglicher Realität ist. Von Herbst 2008 bis hin zur Aussage von Bernanke hat sich die Bilanzsumme der FED mehr als verzweieinhalbfacht. Seit der Aussage von Bernanke, dass sich die Bilanzsumme wieder normalisieren werde, ging die Bilanzsumme aber nicht zurück. Im Gegenteil, sie hat sich bis heute nochmals verdreieinhalbfacht und liegt heute fast auf dem 10-fachen Niveau vs. 2008. Wie würde wohl heute Bernanke die Schuldenmonetarisierung abstreiten?
Die Zentralbanker konnten sich lange hinter der Illusion verstecken, dass die masslose Ausweitung der Geldmenge entgegen aller Erfahrung dieses Mal keine Konsumentenpreisinflation verursachen würde. Diese Illusion des geldpolitischen «Free Lunch» ist nun allerdings geplatzt.
Der Auslöser für den bekannten «Ketchup-Effekt» (die Flasche wird geschüttelt und kein Ketchup [Inflation] kommt heraus bis plötzlich alles auf der Hose ist) war vermutlich die Pandemie. Corona-Lockdowns führten zu Lieferengpässen und zusammen mit von Staaten verteilten Unterstützungsgeldern zu einem Nachfrageüberhang und steigenden Preisen.
Mittlerweile ist die Inflation längst nicht mehr eingeschränkt auf Bereiche mit Lieferengpässen, sondern sie ist leider breit abgestützt und hat in den USA mit knapp 8% ein seit über 40 Jahren nicht mehr gesehenes Niveau erreicht. In der Schweiz steht die Inflation dank dem eher starken Schweizer Franken bei deutlich akzeptableren 2,2%. Der Ukraine-Krieg hat die Aufgabe der Zentralbanker zwar schwieriger gemacht, sie können sich aber nicht hinter Sündenbock Putin verstecken. Die Inflation ist schon davor angestiegen und ist nicht nur auf den Energie- und Lebensmittelbereich eingeschränkt.
Die Inflation dürfte in den nächsten zwei Monaten wohl das Höchst zunächst erreicht haben und leicht zurückgehen. Dennoch täten die Zentralbanker gut daran, ihre masslose Geldpolitik endlich zu verlassen und die Inflation mit deutlichen Zinserhöhungen und der Rücknahme von Liquidität ernsthaft zu bekämpfen. Bisher waren sie viel zu zögerlich. Von alleine wird sich die Inflation nicht mehr in die Ketchupflasche zurückziehen.

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Kaufen, wenn Kanonen donnern
So lautet ein altes Börsensprichwort. So paradox das tönt und so hart es für die Direktbetroffenen ist, Kaufen wenn Panik im Markt ist, ist oft vorteilhafter als nach langer Schönwetterphasen. Das macht sich längerfristig spürbar in der Rendite bemerkbar. Ob der Zeitpunkt für einen breiten Einstieg nun aber schon gekommen ist, bezweifle ich. Persönlich glaube ich eher, dass der Ukraine-Krieg ein Verstärker der bereits bestehenden Probleme sein könnte und die Zeit für einen massiven Einstieg in die Aktien (noch) nicht gekommen ist. Aber jetzt alles verkaufen, erscheint mir im jetzigen Umfeld auch falsch zu sein. Im inflationären Umfeld braucht es einen rechten Teil Sachwerte. Da gehören auch Aktien guter Firmen dazu. Man muss aber immer gewillt sein, diese durch eine längere Krise durchhalten zu wollen und vor allem auch zu können.
Minuszins gehört abgeschafft
Ein gewaltiger Teuerungsschub geht im Moment gerade über die USA und Europa hinweg. Etwas abgeschwächt durch den sehr starken Schweizer Franken kommt er auch bei uns an. Diese Teuerung wird durch den Krieg in der Ukraine verstärkt, der Auslöser sind aber vor allem die Zentralbanken mit ihrer aus meiner Sicht masslosen Geldpolitik über die letzten bald 15 Jahre. Alles andere ist eine willkommene Ausrede. Will man den Mittelstand nicht ausbluten, dann müssen nun rasch die Minuszinsen weg. Einerseits aus der immer stärker aufkommenden Teuerungsproblematik und anderseits auch, weil diese zum Umstieg in riskantere Anlagen verleitet, was ja kaum ein sinnvolles Ziel sein kann. Sonst brennt es plötzlich an ganz anderen Orten, obwohl man eigentlich löschen wollte.
Aktienrückkaufprogramm von Lindt & Sprüngli
Kürzlich hat der Schokoladenproduzent Lindt & Sprüngli ein Aktienrückkaufprogramm über 750 Mio. bekannt gegeben. Regelmässige Leser kennen meine kritische Meinung dazu. Gerade bei einer Firma, welche sehr stolz bewertet ist, macht das nur beschränkt Sinn. Natürlich wird der Gewinn verdichtet. Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack, wird doch oft versucht, mit Rückkaufprogrammen der Aktienkurs für Optionsprogramme des Managements hoch zu halten. Dieses hat in den letzten 15 Jahren sicher operativ einen guten Job gemacht. Wenn ich aber die grossen Aktienverkäufe des Managements in den letzten Jahren anschaue, macht jetzt ein Aktienrückkaufsprogramm der Gesellschaft nicht unbedingt viel Sinn. Ausser man setzt es wirklich gezielt temporär ein, falls die Kurse übermässig unter Druck geraten. Wenn günstig eingekauft werden könnte, dann bin ich voll dabei. Bei einem Preis-/Gewinnverhältnis von rund 40 kann davon aber kaum die Rede sein.

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Erbrecht: Was gilt ohne Testament?
Das Erbrecht betrifft alle Menschen einmal, sei es als Erblasser oder als Erbe. Trotzdem setzen sich die wenigsten damit auseinander. Wo keine letztwillige Verfügung vorliegt, kommt das gesetzliche Erbrecht zum Zug. Dieses folgt einer Stammesordnung und umfasst den Stamm der Nachkommen, den Stamm der Eltern und den Stamm der Grosseltern. Der nähere Stamm schliesst dabei den entfernteren aus. Ehegatten, eingetragene Partner und Adoptivkinder gehören als einzige Nichtblutsverwandte zu den gesetzlichen Erben.
• Bei verheirateten Erblassern mit Nachkommen fällt der Nachlass von Gesetzes wegen je zu ½ an den überlebenden Ehegatten und zu ½ an die Nachkommen.
• Bei verheirateten Erblassern ohne Nachkommen beträgt der gesetzliche Erbteil des Ehegatten ¾ des Nachlasses, dem Elternstamm fällt ¼ zu.
• Bei kinderlosen Erblassern fällt der Nachlass von Gesetzes wegen je hälftig an den Vater bzw. die Mutter.

22 08 Ratgeber Grafik 1

 

 

Neues Pflichtteilsrecht ab 1. Januar 2023
Der Pflichtteil ist ein gesetzlich geschützter Mindestanteil am gesetzlichen Erbteil. Ein auf den Pflichtteil gesetzter Erbe errechnet seinen Anspruch, indem er seinen gesetzlichen Erbteil (siehe oben) mit dem Pflichtteil multipliziert. Je näher die Verwandtschaft zwischen Erblasser und gesetzlichen Erben ist, desto geringer stellt sich die Verfügungsfreiheit dar. Ab 1. Januar 2023 wird diese jedoch wie folgt erhöht:

Pflichtteile bisher – Pflichtteile ab 1.1.2023
Nachkommen: 3/4 des gesetzlichen Erbteils – 1/2 des gesetzlichen Erbteiles
Ehegatten: 1/2 des gesetzlichen Erbteils – 1/2 des gesetzlichen Erbteiles
Eltern: 1/2 des gesetzlichen Erbteiles – kein Pflichtteil

 

 

 

Überprüfen Sie Ihr Testament
Die Reduktion des Pflichtteiles der Nachkommen sowie die Abschaffung des Pflichtteils der Eltern erhöhen den Gestaltungsspielraum vieler Erblasser. Gerade auch für Unternehmer,
die oftmals einen Grossteil des Vermögens im eigenen Geschäft gebunden haben, erleichtern die neuen Regelungen die Weitergabe des Unternehmens durch entsprechende Begünstigungen.
Familien- und Vermögensverhältnisse unterliegen laufenden Veränderungen. Eine regelmässige, fachmännische Überprüfung bestehender letztwilliger Verfügungen empfiehlt sich daher sehr!

 

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