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Ratgeber Finanz 4– 2024

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

13. AHV-Rente
Anfang März werden wir über die Initiative für eine 13. AHV-Rente abstimmen können. Was sind die Beweggründe und die finanziellen Eckdaten dahinter?
Alles wird teurer
Strom wird teurer. Die Krankenkasse wird teurer. Die Hypothekarzinsen werden teurer. Die Miete wird teurer. Die Mehrwertsteuer wird teurer. Wer vorher schon knapp bei Kasse war, hat wirklich hart zu kämpfen. Diese Menschen sollen unterstützt werden.
Giesskanne statt Präzision
Alle derzeitigen und künftigen AHV-Rentner sollen jedes Jahr eine 13. Monatsrente erhalten. Dies entspricht einer Erhöhung der Jahresrente um 8,3 Prozent. Diese Erhöhung kommt nicht nur den oben genannten finanziell schlecht Gestellten zu Gute, sondern allen Rentnern.
Hier kommen nun erste Risse in die Argumente der Initianten. Ja, es gibt nach wie vor Altersarmut und diese wird angesichts obgenannter Preiserhöhungen akuter. Aber nein, es betrifft nur eine relativ geringe Anzahl Rentner.
Senioren sind am reichsten
Als Gesamtgruppe – ja, ich weiss, dass ein 1,80 Meter grosser Mensch in einem durchschnittlich 1,5 Meter tiefen Fluss ertrinken kann – sind die Rentner die reichsten. Und das für mich Erstaunliche: Gemäss einer Studie von Philippe Wanner (Professor für Demografie und Sozioökonomie an der Universität Genf) aus dem Jahr 2022 müssen Rentner trotz Ruhestand ihre Reserven nicht anzapfen. Ihre Ersparnisse wachsen im Schnitt sogar leicht an.
Geschätzte Mehrkosten liegen bei etwa 5 Mia Franken pro Jahr
Nicht nur von Altersarmut Betroffene, sondern auch Millionäre bekämen also eine 13. AHV-Rente. Dieses Giesskannenprinzip führt zu extrem hohen Mehrkosten von etwa 5 Milliarden Franken pro Jahr.
Umverteilung von arm zu reich...
Die Initiative macht bequemerweise keine Angaben dazu, wie diese Mehrkosten finanziert werden sollen. Es müsste wohl über eine Kombination von (erneut) höherer Mehrwertsteuer, höheren Lohnabzügen und der allgemeinen Staatskasse erfolgen. Mit anderen Worten zahlt die weniger reiche Allgemeinheit ein, profitieren tut aber die insgesamt reichste Altersgruppe.
Die 13. AHV Rente hat für mich deshalb nichts mit sozial zu tun. Für die Bekämpfung von Altersarmut müssen schärfere und präzisere Massnahmen ergriffen werden (wie z.B. Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe).
...und von jung zu alt
Insbesondere bei einer Erhöhung der Lohnabzüge würde die produktive Arbeitstätigkeit verteuert. Dies verschlechtert die Konkurrenzfähigkeit vom Standort Schweiz und es fände eine Umverteilung von jüngeren Arbeitstätigen zu älteren Pensionierten statt.
Finanzierung der AHV sollte nicht weiter destabilisiert werden
Die Finanzlage der AHV ist zudem bekanntermassen nicht rosig. Gemäss den jüngsten Rechnungen des Bundes rutscht die AHV – noch ohne eine 13. AHV-Rente – um etwa 2031 in die roten Zahlen. Eine 13. AHV Rente würde die bereits wacklige Finanzierung der AHV weiter destabilisieren.

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