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Von Stefan Treier, Wohlen (ehemals Effingen)

Die Corona-Pandemie dürfte die Welt leider auch im neuen Jahr in Schach halten. Die Verantwortlichen im Gesundheitswesen, in Wissenschaft und Staat sind um ihre Verantwortung auch künftig nicht zu beneiden, da sich ihre Entscheidungsbefugnisse verständlicherweise oft mit einer gewissen Ratlosigkeit vermischen. Die Bekämpfung der Viren-Ausbreitung wird weiterhin Opfer verlangen. Der schwierige Spagat zwischen Gesundheit, Sozialem und Wirtschaftlichem bleibt aufrecht erhalten.

Der Mitte Dezember 2020 verhängte „Lockdown light“ bis 22. Januar 2021 löste zwar keine Freude aus, doch wurde immerhin weitgehend Verständnis für diese Massnahme aufgebracht. Die nun in Erwägung stehende Verlängerung, insbesondere die landesweite Schliessung der Gastronomiebetriebe bis Ende Februar, wird aber vielerorts nicht mehr verstanden. Wie vor kurzem angestellte Erhebungen zeigen, werden die Ansteckungsrisiken in den Gastrobetrieben als verhältnismässig gering bezeichnet. Die Gastrobetriebe haben zum Schutz ihrer Angestellten, wie auch der Gäste, schon im vergangenen Frühjahr Umstellungen und Investitionen getätigt um den Corona-Vorschriften gerecht zu werden. Dass die Gastrobetriebe nun erneut weitere sechs Wochen geschlossen sein sollen, ist schwer begreiflich. Einerseits erfüllen sie eine soziale Bedeutung, welche auch unter Einhaltung der Corona-Vorschriften wahrgenommen werden kann, andrerseits geht es um die Erhaltung von Arbeitsplätzen. Wenn ein Ehepaar oder maximal vier Einzelpersonen pro Tisch sich zu einem Austausch finden wollen, sollte dies wieder möglich werden, wenn auch zu reduzierten Zeiten, bspw. zwischen 10 und maximal 21 Uhr. Nach heutigem „Stand der Dinge“ ist landesweit die Existenz von rund 40 % der Gastrobetriebe bedroht, was den dauernden Verlust von einigen zehntausend Arbeitsplätzen und Existenzen befürchten lässt. Wer die jüngsten Menschenansammlungen und Gedränge in Gross-Einkaufszentren oder im öffentlichen Verkehr gesehen hat, bekundet schon etwas Mühe, die für längere Zeit geplante Schliessung von Gastrobetrieben zu begreifen.

In Bundesbern täte man gut daran, die Haltung gegenüber den Gastrobetrieben nochmals zu überprüfen, bevor man ihnen weitere Opfer zumutet. Ich selber bin weder Aktionär eines Gastrobetriebes noch persönlich mit einem solchen liiert.

 

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