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Verpasste Chance! (Zum Leserbrief «Keine Chance!» von M. Derrer letzte Woche)

Von Jürg Keller, Rheinfelden

Man soll die Sache von der Person trennen. Wenn Michael Derrer Rheinfelden Vorschläge unterbreitet, so sollen diese z.B. am Gemeindelogo des «lebens- und liebenswerten» Rheinfeldens geprüft werden, nicht an der Beliebtheit seiner Person.
Er soll also 14 Vorschläge, die nicht nur aus seiner Küche stammen, dem Gemeinderat unterbreitet haben; alle 14 sollen abgelehnt worden sein.
Man kennt aus dem Leserbrief nicht alle Vorschläge, hier geht es mir nur um einen, zu dem ich mich sachlich äussern kann, weil ich davon etwas verstehe.
Es geht um die Idee, die Altstadt mit dem Aushängen von Blumen zu schmücken. Dieser Vorschlag ist nicht etwa originell, sondern Frankreich abgeguckt. Unter dem Motto «Ville fleurie» konkurrieren fast alle französischen Stadtzentren um eine hohe Wertung mit ihrem Blumenschmuck. Und dieser wirkt unerwartet einladend, man könnte fast meinen, Frankreich habe von Rheinfelden das «Lebens-und Liebenswerte» abgeschrieben. Frankreich ist mit seinem Elsass schneller erreichbar als unsere Kantonshauptstadt. Man kann sich also leicht bei den «villes fleuries» umsehen, z.B. im Runddorf Eguisheim an der Weinstrasse.
In diesem Punkt wirkt der Stadtrat mit seiner Ablehnung wie ein Gegner seiner eigenen Stadtwerbung. Der Vorschlag Derrers dagegen vertritt die Absicht Rheinfeldens, die auf jedem Briefpapier gedruckt erscheint, geradezu perfekt. Wenn aus der Mitte der Bürgerschaft aber ein Vorschlag kommt, der die Absicht des Gemeinderates wirksam unterstützen möchte, und dann dieser Vorschlag zurückgewiesen wird, dann kommt die Ablehnung u.a. einer verpassten Chance gleich. Hier muss der Nachfolger des jetzigen Gemeindeammans gründlich nachjustieren: Gute Ideen aus der Mitte der Bürgerschaft sind eine Quelle von Verbesserungen, die gratis sprudelt, und deshalb auch willkommen sein sollte. Spricht sich aber herum, dass der Gemeinderat Alleinerzeuger für neue Anstösse sein will, dann lähmt er das Mitdenken und fördert den Missmut.

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