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Basel Sinfonietta. Foto: zVg

(pd) Die Basel Sinfonietta spielt weiter. Das 3. Abo-Konzert des auf zeitgenössische Musik spezialisierten Orchesters findet am kommenden Sonntag zwar aufgrund der aktuellen Situation ohne Publikum vor Ort statt, wird aber dank einer Kooperation mit Radio SRF 2 Kultur per Live-Stream aus dem Musik- und Kulturzentrum Don Bosco Basel auf www.baselsinfonietta.ch übertragen. Der Live-Stream ist kostenlos zugänglich.

In ihrem 3. Abo-Konzert, das am Sonntag, 24. Januar, um 19 Uhr per Video-Live-Stream auf www.baselsinfonietta.ch öffentlich übertragen wird, präsentiert sich die Basel Sinfonietta unter der Leitung des israelischen Dirigenten Ilan Volkov als eine musikalische Botschafterin der Erinnerung. «Mountain Messengers» - der Titel des neuen, für die Basel Sinfonietta und den Solisten Nicolas Hodges geschriebenen Klavierkonzerts des legendären US-amerikanischen Komponisten Christian Wolff - nimmt Bezug auf die Lokalzeitung «The Mountain Messenger», die in einer Kleinstadt in der kalifornischen Sierra Nevada herausgegeben wird, und wundersamerweise kurz vor ihrem Untergang dank privater Initiative gerettet werden konnte. Ähnlich wie das dem Verschwinden entronnene öffentliche Forum einer Zeitung, ermöglicht der Komponist in seinem «Konzert» Verbindungen zwischen Individuum und Kollektiv, zwischen dem Klaviersolisten und dem Orchester, die in gegenseitiger Abhängigkeit stehen.
«Memory Forms» für Orchester der kanadischen Komponistin Linda Catlin Smith ist eine Abfolge von Orchesterbildern – Akkorde, Melodiefragmente, ungerade Skalen, gelegentliche Sololinien –, die in ständig wechselnden Formen auftauchen, wieder verschwinden und erneut erscheinen. Der Komponistin geht es dabei um grundlegende Erfahrungen von Zeit und Erinnerung – und um das Vergessen. Denn Linda Catlin Smith möchte ihrem Werk auch seine eigene Amnesie zugestehen. Sie möchte die Zeit grösser machen, als sie ist. Sie möchte Musik schreiben, die sie nicht versteht.
Die kubanische Komponistin Tania Léon liess sich für ihr Werk «Ácana» für Kammerorchester vom gleichnamigen Gedicht des Dichters Nicholas Guillén inspirieren, das einem Baum gewidmet ist, der in den tropischen Regionen Amerikas heimisch ist. Das Gedicht erzählt die Geschichte dieses Gewächses, dessen Merkmal seine weit ausladenden Wurzeln sind. Die Musik von Tania Léon beschwört die unsichtbare Verbindung der Baumwurzeln, die sich durch die amerikanische Erde ausbreiten. Eine Palette von Klängen, die die unsichtbaren Zusammenhänge der Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent zum Ausdruck bringen.
Ein Konzertabend ganz im Zeichen musikalischer Botschaften von gemeinsamen, untergründigen Erinnerungen und des Vergessens.
Das Konzert wird von Radio SRF 2 Kultur aufgezeichnet und am 24. Februrar um 21 Uhr in der Sendung «Neue Musik im Konzert» öffentlich ausgestrahlt.

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