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An der Preisübergabe (von links): PD Dr. phil. Corina Schuster-Amft, Leiterin Wissenschaftliche Abteilung; Hans-Peter Illi, Stv. Adm. Direktor; Preisträgerin Nadine Patt, Kliniken Valens, Universität Bern; Prof. Leo Bonati, Med. Direktor; Jens Bansi, Kliniken Valens; cand. Dr. phil. Carlos Gonzalez Blum, DPT, Hochschule Furtwangen D. Foto: zVg

Forschungspreis der Reha Rheinfelden verliehen

(pd) Der Forschungspreis 2023 der Reha Rheinfelden geht an eine Forschungsgruppe rund um Nadine Patt (Kliniken Valens, Universität Bern, CH), die in einer grossen Patientenstudie Behandlungen von Multiple-Sklerose und deren Auswirkungen untersuchte.

In der Schweiz leben aktuell über 18 000 Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose. Der damit einhergehende Erschöpfungszustand (engl. Fatigue) ist ein zentrales Problem für Betroffene und führt zu einer massiven Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Die Preisträger des Forschungspreises der Reha Rheinfelden 2023 haben eine Kombination verschiedener Therapiemöglichkeiten zur Behandlung des Erschöpfungszustandes untersucht. Sie wollten herausfinden, wie sich diese Therapiemöglichkeiten auf die Verbesserung des Erschöpfungszustandes und somit auf die Lebensqualität auswirken. Für ihre wissenschaftliche Arbeit im therapeutischen Bereich darf sich die Forschungsgruppe nun über einen mit 5000 Franken dotierten Preis freuen.
Für das Jahr 2023 werden Nadine Patt (Kliniken Valens, Universität Bern, CH), Marie Kupjetz (Technische Universität Dortmund, GER), Jan Kool (Kliniken Valens, CH), Ruth Hersche (Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana, CH), Max Oberste (Universität zu Köln, GER), Niklas Joisten (Technische Universität Dortmund, GER), Roman Gonzenbach (Kliniken Valens, CH), Claudio Renato Nigg (Universität Bern, CH), Philipp Zimmer (Technische Universität Dortmund, GER) und Jens Bansi (Kliniken Valens, CH) für ihre Arbeit «Effects of inpatient energy management education and high-intensity interval training on health-related quality of life in persons with multiple sclerosis: a randomized controlled superiority trial with six-month follow-up» ausgezeichnet.

PD Dr. phil. Corina Schuster-Amft, Leiterin Wissenschaftliche Abteilung. Foto: zVgLebensqualität massiv beeinträchtigt
Knapp 80 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose berichten über einen massiven Erschöpfungszustand, der ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Der Erschöpfungszustand ist ein komplexes und multidimensionales Symptom und die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt. Aktuell gibt es einige wenige Empfehlungen für die Behandlung des Erschöpfungszustandes. Dazu gehört auch die multidisziplinäre Rehabilitation. Leider gibt es eindeutige wissenschaftliche Literatur nur für einzelne Behandlungen wie Physiotherapie mit Übungsinterventionen sowie ein Programm zum Energiemanagement. Die Wirkung dieser Therapien in Kombination wurde bisher nicht untersucht.

Kombination von Behandlungen
Die Forscher der Kliniken Valens haben sich bereits in den vergangenen Jahren mit diesem Thema befasst und zwei Behandlungen in der stationären Behandlung etabliert: das Programm zum eigenen Energiemanagement und das hochintensive Intervalltraining. Als logische Folge haben sie jetzt die Kombination und die Effekte dieser beiden Behandlungen untersucht. Die heute ausgezeichnete Forschungsgruppe untersuchte in einer grossen Patientenstudie mit über 100 Teilnehmenden die Kombination von einem Progamm zum Energiemanagement mit einem hochintensiven Intervalltraining (experimentelle Behandlung) im Vergleich zur Kombination eines Programms zur Entspannung mit einem moderaten Ausdauertraining (Kontrollbehandlung). Dabei stand der Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose im Mittelpunkt.

Preisträgerin Nadine Patt, Kliniken Valens, Universität Bern. Foto: zVgStudie mit 106 Patientinnen und Patienten
Insgesamt wurden 106 Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose in zwei Gruppen (53 Patientinnen und Patienten pro Gruppe) eingeschlossen. Eine Gruppe erhielt die experimentelle Behandlung und die andere Gruppe die Kontrollbehandlung über einen Zeitraum von drei Wochen. Eine Nachuntersuchung wurde vier und sechs Monate nach Abschluss der Behandlungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination eines Programms zum Energiemanagement mit hochintensivem Intervalltraining zu einer deutlichen Verbesserung der körperlichen Funktionen, der Fitness des Herzkreislaufsystems und der mentalen Gesundheit, z.B. Selbstkompetenz führen.
Die vorgestellte Arbeit von Nadine Patt und ihren Kolleginnen und Kollegen zeigte nicht nur ein methodisch exaktes Vorgehen, sondern auch eine hohe therapeutische Relevanz für die klinische Arbeit in Schweizer (Reha-)Kliniken und Therapieeinrichtungen. Zur beurteilenden Jury für den Forschungspreis gehörten Dr. phil. Anke van Bladel (Universität Ghent, B) und cand. Dr. phil. Carlos Gonzalez Blum (DPT, Hochschule Furtwangen, GER) sowie PD Dr. phil. Corina Schuster-Amft (Leiterin, Wissenschaftliche Abteilung der Reha Rheinfelden).
Die Preisübergabe fand am Donnerstag im Rahmen einer grossen Fortbildungsveranstaltung der Reha Rheinfelden statt. Dabei wurde die Forschungsarbeit von den Originalautoren dem interessierten Publikum präsentiert.
Forschungspreis 2024
Der Forschungspreis der Reha Rheinfelden wird jährlich vergeben. Die Bewerbungsunterlagen können in deutscher oder englischer Sprache als PDF-Datei per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. gesendet wer-den. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2024. Weitere Informationen unter www.reha-rheinfelden.ch/forschungspreis

Reha Rheinfelden – Bedeutende Institution
Als führendes Rehabilitationszentrum für Neurologie, Orthopädie und Geriatrie sowie für internistisch-onkologische und psychosomatische Rehabilitation sieht die Reha Rheinfelden ihre Hauptaufgabe darin, Patientinnen und Patienten mit Hilfe modernster Therapien auf ihren Weg in Alltag, Familie, Gesellschaft und Beruf zurückzuführen.
Die Klinik deckt mit einer erstklassigen Infrastruktur die gesamte Rehabilitationskette ab, mit einer Rehabilitativen Intensivstation, einer Station für Schwerbetroffene, den Bettenstationen, einem Neurologischen Tageszentrum und dem Ambulanten Zentrum Curativa.
Als attraktive Arbeitgeberin beschäftigt sie rund 720 Fachpersonen. Den jährlich 2400 stationären Patienten stehen 204 Betten in Privat-, Halbprivat- und Allgemeinabteilungen zur Verfügung. Rund 7000 Fälle werden im Curativa jährlich betreut.
Spezialärztliche Sprechstunden, eine Memory Clinic, ein Pädiatrisches Therapiezentrum, das Europäische Zentrum für Sklerodermie sowie ein Kurszentrum und eine eigene wissenschaftliche Abteilung ergänzen das umfassende Angebot.
Die Reha Rheinfelden ist eine privatrechtliche Stiftung auf gemeinnütziger Basis mit öffentlichen Leistungsaufträgen. Sie pflegt langjährige Kooperationen mit Spitälern, Organisationen und Institutionen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen. Sie ist Mitglied von SW!SS REHA und Swiss Leading Hospitals. Die Reha Rheinfelden wurde 2021 nach dem EFQM-Modell mit dem Status «herausragende Organisation» mit 4 Sternen ausgezeichnet.

 www.reha-rheinfelden.ch

Bilder
Erstes Bild: An der Preisübergabe (von links): PD Dr. phil. Corina Schuster-Amft, Leiterin Wissenschaftliche Abteilung; Hans-Peter Illi, Stv. Adm. Direktor; Preisträgerin Nadine Patt, Kliniken Valens, Universität Bern; Prof. Leo Bonati, Med. Direktor; Jens Bansi, Kliniken Valens; cand. Dr. phil. Carlos Gonzalez Blum, DPT, Hochschule Furtwangen D. Foto: zVg
Zweites Bild: PD Dr. phil. Corina Schuster-Amft, Leiterin Wissenschaftliche Abteilung. Foto: zVg
Drittes Bild: Preisträgerin Nadine Patt, Kliniken Valens, Universität Bern. Foto: zVg
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